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Das entfesselte Wissen

Wie sieht ein Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft aus?

Bildung und Wissenschaft werden zunehmend mit dem sich anbahnenden Leitmedienwechsel konfrontiert. Freie und kollaborativ erstellte Lernmaterialien, OpenAccess-Journale und vernetzte Plattformen für Forschungsdaten machen völlig neue Modelle des Lernens und Forschens möglich. Diese beruhen auf Sharing, Vielfalt und den Umgang mit digitalen Ressourcen. Lehrende und Lernende, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten die Möglichkeiten digitaler Medien für ihre Zwecke nutzen. Sie sehen sich aber von teilweise absurden Regeln und Interpretationen des Urheberrechts wie in eine Zwangsjacke eingeschnürt. Die Beispiele sind spektakulär:

-Die KiTa darf keine Noten von Kinderliedern kopieren.
-Mittels eines Trojaners wollen Verlage Schulrechner auf Urheberrechtsverletzungen kontrollieren.
-Digitale Bücher dürfen in der Bibliothek nicht kopiert, sondern höchstens als Foto vom Bildschirm vervielfältigt werden.
-Die Bibliothek darf nur so viele Exemplare digital anzeigen, wie sie auch gedruckt im Regal hat.
-Digitale Bücher dürfen nicht gebraucht weiterverkauft werden.
-Forscher dürfen ihre eigenen Texte nicht im Internet posten.

Die digitale Vielfalt der Kommunikationskanäle macht die kaum noch zu durchdringende Komplexität des aktuellen Urheberrechtes sichtbar. Selbst alternative Kanäle wie etwa OpenAccess, die Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen oder das Erstellen freier Lernmaterialien werden durch das geltende Urheberrecht ausgebremst.
Der Workshop benennt die ganz praktischen, rechtlichen Probleme bei der digitalen Revolution in Klassenzimmern, Laboren und Hörsälen und soll Alternativen erarbeiten, die für einen anstehenden „Dritten Korb“ der Urheberrechtsreform in die Debatte gebracht werden müssen. Alle Beteiligten sind Mitglieder oder stammen aus dem Umfeld des Aktionsbündnisses “Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft”.

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