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Nichts verschenken – Netzkulturlernen statt Medienkompe­tenz!

Der Sog aufregender Spielwelten, ausgeklügelter Werbechoreografien und die Möglichkeiten digitalisierter Kommunikation ist ohne Zweifel mächtig – gerade für junge Menschen fehlt es oftmals an einer kritischen Distanz, die den „Analog Natives“ geradezu vergönnt ist. Medienkompetenz – so lautet daher die konsensfähige Forderung quer durch alle erdenklichen bildungspolitischen Sprachrohre. Die Ausgestaltung dieses diffusen Kompetenzerfordernisses in Schulen, Elternhäusern und gut gemeinten Kampagnen greift in meinen Augen zu kurz: im Vordergrund steht Belehrung, Warnung und Panikmache. Es geht um die DON’Ts im Netz, um das Eintrichtern von Regeln, um Angst und Verzicht. Damit wird viel verschenkt – zu viel. Unser Internet kann mehr und der jugendliche User auch. ACTION ist daher angesagt: es geht um nichts weniger als um die Ermächtigung einer politischen, kreativen und selbstbestimmten Generation im Umgang mit ihren Technologien

Meine Session soll kreative, netzkulturelle Wege aus diesem Dilemma ermitteln und als Erfahrungspool dienen, für diejenigen, die Lust haben, jenseits kulturpessimistischer Prämissen über junge Menschen und ihre Schnittstellen zu Free- und Remixculture, Sharism und DIY nachzudenken. Nach einem kurzen Input über die vier zentralen Spannungsfelder im Bereich Netzlernen folgt eine Erfahrungsskizze zweier Schulprojekte zusammen mit Schüler_innen der Albrecht Dürer Oberschule Neukölln [Remix/CC und Twitteratur]. Im Anschluss soll ein Austausch darüber gelingen, was in einen Kanon an Netzkulturlernen hinein gehört, welche Erfahrungen es bereits gibt und wie Kreativität rund um Free Culture, DIY/DIT und Netzpolitik junge Menschen auch wirklich erreicht. Es könnten konkrete Ideen, Netzwerke und Initiativen entwickeln werden die derartigen Projekte in Zukunft möglich machen. Ein nachhaltiges Diskursdesign soll dabei helfen, das kleine Zeitfenster mit nachhaltiger ACTION! zu füllen.

Speaker(s)